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Branche: Bau

Drohnen auf der Baustelle: Dokumentation und Baufortschritt

Redaktion drohne-leasen.de · Aktualisiert am

Der Bauherr fragt, wie weit der Rohbau ist, die Nachunternehmer streiten über den Stand am 15. des Monats, und das Foto vom Gerüst zeigt nur eine Ecke. Ein Übersichtsflug pro Woche aus derselben Position liefert eine Bildreihe, die den Baufortschritt lückenlos belegt. Das dauert zehn Minuten und passt in jede Baustellenbegehung.

Was Sie auf der Baustelle mit einer Drohne dokumentieren

  • Baufortschritt: regelmäßige Übersichtsbilder für Bautagebuch, Bauherrenbericht und Abschlagsrechnungen.
  • Baustelleneinrichtung und Logistik: Lagerflächen, Zufahrten, Kranstandorte und Containerplätze auf einem Bild, das alle Beteiligten verstehen.
  • Mängel und Details: Attika, Dachrand, Fassadenanschlüsse oder Fenster im dritten Stock, ohne Hubsteiger oder Gerüstgang.
  • Zustand vor Baubeginn: das Baufeld und angrenzende öffentliche Flächen festhalten, bevor die ersten Maschinen kommen.
  • Vermarktung: Bauträger zeigen Interessenten Lage und Fortschritt eines Projekts, Bauunternehmen nutzen die Bilder als Referenz.

Damit die Bilder später vergleichbar sind, legen Sie einen festen Startpunkt, eine feste Höhe und zwei, drei feste Blickrichtungen fest. Notieren Sie diese im Bautagebuch. So entsteht über Monate eine Zeitreihe, die mehr belegt als jede Einzelaufnahme. Für Aufmaß, Volumen von Erdhaufen oder georeferenzierte Orthofotos reicht das nicht, dafür brauchen Sie Photogrammetrie und meist RTK (siehe Drohnen für Vermessung).

Welche Drohne passt zur Baustelle?

Auf der Baustelle zählt, dass die Drohne immer dabei ist und in wenigen Minuten in der Luft. Eine große Kamera hilft wenig, wenn das Gerät im Büro liegt, weil es zu sperrig ist oder der Bauleiter für das Modell keinen passenden Führerschein hat.

Drohnenmodelle für Baustellendokumentation im Vergleich
Modell EU-Klasse Einsatz auf der Baustelle Rate/Monat
DJI Air 3S C1 Standard für Bauleiter: 1-Zoll-Weitwinkel für Übersichten, 70-mm-Tele für Details an Fassade und Dach, bis 45 Minuten Flugzeit laut DJI. ab 20,54 €
DJI Mini 5 Pro C0 (mit Plus-Akku C1) Leicht genug für das Handschuhfach jedes Bauleiters. Gut für den wöchentlichen Übersichtsflug auf kleineren Baustellen. ab 14,94 €
DJI Mavic 4 Pro C2 Große Projekte und Bauträger-Marketing: 100-MP-Hauptkamera und 168-mm-Tele. Nahe an Menschen nur mit A2-Fernpilotenzeugnis. ab 31,78 €
DJI Matrice 4E Enterprise Für Aufmaß, Massenermittlung und Orthofotos mit RTK. Nicht im Katalog, Leasing auf Anfrage. auf Anfrage

Raten exkl. MwSt., kleinste Rate der jeweiligen Modellreihe bei längster Laufzeit. Technische Angaben laut DJI.

Für die meisten Bauunternehmen ist die DJI Air 3S die passende Wahl: Übersicht und Detail mit einer Drohne, C1-Klasse, mit dem A1/A3-Kompetenznachweis flugbar. Wenn mehrere Bauleiter je eine Drohne bekommen sollen, ist die Mini 5 Pro wegen der niedrigeren Rate interessant. Die Mavic 4 Pro lohnt sich, wenn die Bilder auch in Exposés und Imagebroschüren gehen.

Rechtliches: Was beim Fliegen über Baustellen gilt

Arbeiter auf der Baustelle sind meist unbeteiligte Personen

In der offenen Kategorie dürfen Sie unbeteiligte Personen nicht gezielt überfliegen. Als beteiligt gilt nur, wer über den Flug informiert ist und ihm zugestimmt hat. Wer auf der Baustelle arbeitet, aber nichts vom Flug weiß, ist unbeteiligt. Weisen Sie die Kolonnen vor dem Flug ein oder legen Sie den Flug in die Pause. Mit einer C2-Drohne wie der Mavic 4 Pro halten Sie in der Unterkategorie A2 mindestens 30 m Abstand zu Unbeteiligten, im Langsamflug 5 m. Stimmen Sie sich bei laufenden Kränen mit dem Kranführer ab.

Nachbargrundstücke, Straßen und Bahnlinien

Viele Baustellen liegen mitten im Wohngebiet. Wohngrundstücke in der Nachbarschaft dürfen Sie nur mit ausdrücklicher Zustimmung der Eigentümer oder Bewohner überfliegen (§ 21h Abs. 3 Nr. 7 LuftVO). An Bundesfernstraßen, Bundeswasserstraßen und Bahnanlagen gilt ein seitlicher Abstand von 100 m. Näher heran dürfen Sie mit Zustimmung der zuständigen Stelle oder wenn Ihre Flughöhe stets kleiner bleibt als der seitliche Abstand und dieser über 10 m liegt (§ 21h Abs. 3 Nr. 5 LuftVO). Bei Brücken oder Bauwerken an der Autobahn klären Sie die Zustimmung mit dem Baulastträger.

Datenschutz für Beschäftigte

Eine Drohne, die regelmäßig über die Baustelle fliegt, darf nicht zur Überwachung der Mitarbeiter werden. Richten Sie die Kamera auf das Bauwerk, vermeiden Sie Nahaufnahmen von Personen und informieren Sie Ihre Beschäftigten und die Nachunternehmer, wofür die Bilder verwendet werden. Bei größeren Unternehmen ist es sinnvoll, Betriebsrat und Datenschutzbeauftragten früh einzubinden.

Führerschein, Registrierung und Haftpflicht gelten wie bei jedem gewerblichen Drohneneinsatz, siehe Drohnenführerschein und Drohne gewerblich nutzen.

BG BAU, Leasing und Kosten

Bauunternehmen sind meist Mitglied der BG BAU, die seit Juli 2026 neue C1- und C2-Drohnen mit bis zu 50 % der Nettokosten bezuschusst, höchstens 2.000 € im Jahr. Die Bedingungen beziehen sich auf den Kauf; ob geleaste Drohnen gefördert werden, ist nicht geregelt, nach früheren Prämienregeln eher nicht. Was das für Ihre Entscheidung bedeutet, haben wir auf der Seite Drohnen für Dachdecker ausführlich erklärt.

Zum Vergleich: Die DJI Mini 5 Pro (DJI RC-N3) kostet bei 48 Monaten Laufzeit 17,97 € im Monat (exkl. MwSt.). Fünf Bauleiter mit je einer Drohne kommen damit auf 89,85 € im Monat.

Leasing lohnt sich vor allem, wenn Sie mehrere Drohnen auf einmal brauchen und dafür kein Kapital binden wollen, oder wenn die Geräte nach drei, vier Jahren gegen neue getauscht werden sollen. Wer eine einzelne geförderte Drohne kauft, fährt mit dem BG-BAU-Zuschuss wahrscheinlich günstiger. Eine Baustelle ist rau: Für Absturz- und Transportschäden gibt es die optionale Geräteversicherung GRENKE Protect. Mehr zur Entscheidung zwischen Leasing und Kauf lesen Sie unter Drohne für die Firma.

Häufige Fragen zur Drohne auf der Baustelle

Darf ich über eine Baustelle fliegen, auf der gerade gearbeitet wird?
Ja, wenn Sie die Regeln für unbeteiligte Personen einhalten. Arbeiter, die nicht über den Flug informiert sind und nicht zugestimmt haben, gelten als unbeteiligt und dürfen nicht gezielt überflogen werden. Weisen Sie die Beteiligten vorher ein oder fliegen Sie in der Pause.
Wie oft sollte ich den Baufortschritt mit der Drohne aufnehmen?
Für die meisten Projekte reicht ein Flug pro Woche oder zu jedem Abschnitt, der abgerechnet wird. Wichtiger als die Häufigkeit ist, dass Startpunkt, Höhe und Blickrichtung jedes Mal gleich sind, damit die Bilder vergleichbar bleiben.
Darf ich Bauarbeiter mit der Drohne filmen?
Die Drohne sollte das Bauwerk dokumentieren, nicht die Menschen darauf. Vermeiden Sie erkennbare Nahaufnahmen von Beschäftigten und informieren Sie alle Beteiligten über Zweck und Verwendung der Aufnahmen. Eine dauerhafte Überwachung von Mitarbeitern ist datenschutzrechtlich heikel.
Was gilt für Baustellen neben Autobahn oder Bahnstrecke?
Zu Bundesfernstraßen und Bahnanlagen gilt ein seitlicher Abstand von 100 m (§ 21h Abs. 3 Nr. 5 LuftVO). Näher dürfen Sie mit Zustimmung der zuständigen Stelle oder wenn Ihre Flughöhe stets kleiner ist als der seitliche Abstand und dieser über 10 m liegt.
Ersetzt die Drohne das Aufmaß auf der Baustelle?
Übersichtsbilder ersetzen kein Aufmaß. Für Massen, Flächen und georeferenzierte Pläne brauchen Sie einen Photogrammetrie-Flug mit passender Software und für Zentimetergenauigkeit RTK, etwa mit einer DJI Matrice 4E, die Sie über die individuelle Leasinganfrage leasen.

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Im Katalog wählen Sie Modell, Stückzahl und Laufzeit und sehen die Rate sofort. Für Vermessungsdrohnen mit RTK schicken Sie uns eine individuelle Anfrage.

Quellen