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Branche: Photovoltaik

Drohnen für PV-Inspektion und Thermografie

Redaktion drohne-leasen.de · Aktualisiert am

Ein Modul mit defekter Bypassdiode fällt im Monitoring oft nur als kleines Ertragsminus auf. Im Wärmebild ist es sofort zu sehen: ein Streifen, der deutlich wärmer ist als die Nachbarzellen. Eine Drohne mit Wärmebildkamera prüft eine Dachanlage in wenigen Minuten, ohne dass jemand auf das Dach steigt. Für viele Aufgaben rund um PV-Anlagen reicht aber auch eine normale Kameradrohne.

Was Drohnen bei PV-Anlagen leisten

Es hilft, zwei Arten von Prüfungen zu trennen, denn sie brauchen unterschiedliche Technik:

Thermografie (nur mit Wärmebildkamera)

  • Hotspots durch defekte Zellen, Mikrorisse oder Verschattung
  • ausgefallene Substrings, typisch bei defekten Bypassdioden
  • überhitzte Steckverbinder und Anschlussdosen
  • ganze Module oder Strings ohne Leistung

Sichtprüfung und Dokumentation (jede Kameradrohne)

  • Glasbruch und Hagelschäden für die Versicherung
  • Verschmutzung durch Laub, Vogelkot oder Staub, Bewuchs an Freiflächenanlagen
  • Verschattung durch gewachsene Bäume oder neue Nachbarbauten
  • Montage- und Abnahmefotos, lose Kabel, beschädigte Unterkonstruktion
  • Bestandsaufnahme der Dachfläche vor der Planung einer neuen Anlage

Installationsbetriebe brauchen im Alltag vor allem das Zweite: Dachflächen vor dem Angebot ansehen, die fertige Anlage dokumentieren, Schadensmeldungen von Kunden prüfen. Betreiber größerer Anlagen und Wartungsdienstleister brauchen zusätzlich die Thermografie.

Wann Sie eine Wärmebildkamera brauchen

Keine der Drohnen in unserem Katalog hat eine Wärmebildkamera. Für Thermografie brauchen Sie ein Enterprise-Modell wie die DJI Matrice 4T. Laut DJI hat ihre Wärmebildkamera eine Auflösung von 640 × 512 Pixeln, mit Super-Resolution bis 1280 × 1024, und misst im High-Gain-Modus von −20 °C bis 150 °C. Die Matrice 4T leasen Sie über unsere individuelle Leasinganfrage; wir holen dafür ein Angebot für Sie ein.

Für Thermografie an PV-Anlagen im Betrieb gibt es mit der IEC TS 62446-3 eine eigene technische Spezifikation. Eine ihrer bekanntesten Bedingungen: Die Einstrahlung auf Modulebene muss bei mindestens 600 W/m² liegen, gemessen wird also an klaren, sonnigen Tagen. Die Norm unterscheidet außerdem zwischen einer vereinfachten Inspektion, die Auffälligkeiten findet, und einer detaillierten Inspektion mit höheren Anforderungen an Bildauflösung und an die Qualifikation des Thermografen. Wenn Ihre Berichte in Gewährleistungsfällen oder vor Gericht standhalten sollen, orientieren Sie sich an dieser Norm und an einer Thermografie-Schulung.

Drohnenmodelle für PV-Inspektion im Vergleich
Modell EU-Klasse Einsatz an PV-Anlagen Rate/Monat
DJI Matrice 4T Enterprise Wärmebildkamera mit 640 × 512 Pixeln (Super-Resolution bis 1280 × 1024), dazu Weitwinkel, Zoom und Laser-Entfernungsmesser. Die Drohne für echte PV-Thermografie, Leasing auf Anfrage. auf Anfrage
DJI Air 3S C1 Sichtprüfung und Dokumentation auf Dachanlagen: 1-Zoll-Weitwinkel plus 70-mm-Tele für Glasbruch, Verschmutzung und Kabelführung. ab 20,54 €
DJI Mavic 4 Pro C2 Große Freiflächenanlagen fernab von Wohngebieten: 168-mm-Tele für Modulreihen aus Abstand, bis 51 Minuten Flugzeit laut DJI. ab 31,78 €
DJI Mini 5 Pro C0 (mit Plus-Akku C1) Montagefotos und Abnahmedokumentation für Installateure, wenn kein Zoom nötig ist. ab 14,94 €

Raten exkl. MwSt., kleinste Rate der jeweiligen Modellreihe bei längster Laufzeit. Technische Angaben laut DJI.

Für die Sichtprüfung auf Dachanlagen empfehlen wir die DJI Air 3S: Mit dem 70-mm-Tele sehen Sie Glasbruch und Verschmutzung, ohne tief über die Module zu fliegen. Für große Freiflächenanlagen, die weit von Wohngebieten entfernt liegen, ist die Mavic 4 Pro mit 168-mm-Tele und langer Flugzeit eine Option.

Rechtliche Punkte bei der PV-Inspektion

  • Dachanlagen auf Wohnhäusern: Für den Überflug von Wohngrundstücken brauchen Sie die ausdrückliche Zustimmung des Eigentümers oder Nutzungsberechtigten, auch der Nachbarn, wenn Sie deren Grundstück überfliegen (§ 21h Abs. 3 Nr. 7 LuftVO).
  • Solarparks: Für Anlagen der zentralen Energieerzeugung und -verteilung gilt ein Abstand von 100 m, sonst ist die ausdrückliche Zustimmung des Betreibers nötig (§ 21h Abs. 3 Nr. 3 LuftVO). Ob ein Solarpark darunter fällt, hängt davon ab, ob er im Sinne des Energiewirtschaftsgesetzes als dezentral gilt. Wenn Sie im Auftrag des Betreibers fliegen, lassen Sie sich die Zustimmung einfach schriftlich geben. Für nahe Umspannwerke gilt das ebenso.
  • Drohnenklasse und Abstände: Mit einer C2-Drohne wie der Mavic 4 Pro fliegen Sie ohne A2-Fernpilotenzeugnis nur in der Unterkategorie A3, mit mindestens 150 m Abstand zu Wohn-, Gewerbe-, Industrie- und Erholungsgebieten. Auf freiem Feld ist das oft machbar, auf einem Wohnhausdach nicht. Mehr dazu unter Drohnenklassen C0, C1 und C2.
  • Betrieb und Versicherung: Registrierung als Betreiber beim LBA und eine Drohnenhaftpflicht sind Pflicht, siehe Drohne registrieren und Drohnenversicherung.

Kosten: Was eine Inspektionsdrohne im Monat kostet

Für die Sichtprüfung reicht die DJI Air 3S (DJI RC-N3), die bei 48 Monaten Laufzeit 24,71 € im Monat kostet (exkl. MwSt.).

Eine Matrice 4T liegt preislich deutlich darüber, genaue Raten nennen wir Ihnen nach einer Anfrage. Rechnen Sie bei der Entscheidung ehrlich: Wenn Sie Thermografie nur ein paarmal im Jahr brauchen, ist ein spezialisierter Dienstleister oft wirtschaftlicher als eine eigene Wärmebilddrohne. Wenn Inspektionen Teil Ihres Wartungsangebots sind, verteilt das Leasing die Anschaffung auf eine feste Monatsrate, und nach der Laufzeit wechseln Sie auf die nächste Gerätegeneration. Die steuerliche Seite erklären wir im Ratgeber Drohne steuerlich absetzen.

PV-Betriebe arbeiten oft auf denselben Dächern wie Dachdecker. Was dort beim Fliegen über Wohnhäusern gilt und wie die BG-BAU-Förderung einzuordnen ist, lesen Sie auf der Seite Drohnen für Dachdecker. Für Agri-PV und landwirtschaftliche Flächen ist die Seite Drohnen in der Landwirtschaft interessant.

Häufige Fragen zur PV-Inspektion per Drohne

Kann ich eine PV-Anlage ohne Wärmebildkamera mit der Drohne prüfen?
Ja, für Sichtprüfungen: Glasbruch, Hagelschäden, Verschmutzung, Verschattung und Montagefehler sehen Sie mit jeder guten Kameradrohne. Hotspots, defekte Zellen oder ausgefallene Substrings erkennen Sie nur im Wärmebild.
Welche Drohne eignet sich für die Thermografie von Solaranlagen?
Ein Enterprise-Modell mit radiometrischer Wärmebildkamera, zum Beispiel die DJI Matrice 4T mit 640 × 512 Pixeln. Sie ist nicht im Katalog, Sie können sie über unsere individuelle Leasinganfrage leasen.
Bei welchem Wetter ist eine PV-Thermografie sinnvoll?
Bei klarem Himmel und hoher Einstrahlung. Die IEC TS 62446-3 nennt mindestens 600 W/m² auf Modulebene. Bei Bewölkung oder tief stehender Sonne werden Temperaturunterschiede schwach und die Ergebnisse unzuverlässig.
Brauche ich für einen Flug über einen Solarpark eine Genehmigung?
Für Anlagen der zentralen Energieerzeugung verlangt § 21h LuftVO 100 m Abstand oder die ausdrückliche Zustimmung des Betreibers. Wenn Sie im Auftrag des Betreibers fliegen, lassen Sie sich diese Zustimmung schriftlich geben. Prüfen Sie außerdem weitere geografische Gebiete in der Nähe.

Inspektionsdrohne leasen

Für Sichtprüfung und Dokumentation wählen Sie direkt im Katalog. Für eine Wärmebilddrohne wie die Matrice 4T schicken Sie uns eine individuelle Anfrage, wir melden uns mit einem Angebot.

Quellen