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Branche: Vermessung

Drohnen für Vermessung und Photogrammetrie

Redaktion drohne-leasen.de · Aktualisiert am

Eine Kiesgrube, ein Neubaugebiet, eine Halde mit 40.000 Kubikmetern: Mit Tachymeter und GNSS-Stab sind das Tage im Gelände. Eine Vermessungsdrohne fliegt die Fläche in einer geplanten Route ab, und die Software rechnet aus den Bildern ein Orthofoto, ein Höhenmodell und das Volumen. Ob das Ergebnis auf den Zentimeter stimmt, hängt allerdings an der Drohne, an der Positionierung und an Ihren Passpunkten.

Typische Vermessungsaufgaben per Drohne

  • Orthofotos und Lagepläne: maßstabsgetreue Luftbilder als Planungsgrundlage für Architekten, Kommunen und Bauträger.
  • Digitale Gelände- und Oberflächenmodelle: Höhenlinien, Gefälle und Entwässerungsplanung für Tief- und Straßenbau.
  • Volumenberechnung: Halden, Erdaushub, Lagerflächen in Steinbrüchen und Kiesgruben, oft monatlich für die Bestandsbuchung.
  • 3D-Modelle von Gebäuden: Bestandsaufnahme von Fassaden und Dächern für Sanierung und BIM.
  • Baufortschritt mit Maß: Soll-Ist-Vergleich gegen die Planung, nicht nur Übersichtsbilder.

RTK oder Passpunkte: Wie genau muss es sein?

Eine Kameradrohne kennt ihre Position über GPS, Galileo und BeiDou. Für den Schwebeflug gibt DJI bei der Mavic 4 Pro eine Genauigkeit von etwa ±0,5 m mit Satellitenpositionierung an. Das reicht für schöne Bilder, für ein Aufmaß nicht. Für vermessungstaugliche Ergebnisse gibt es zwei Wege:

  • RTK an Bord: Die Drohne erhält Korrekturdaten von einer Basisstation oder einem Korrekturdienst und speichert zu jedem Bild eine zentimetergenaue Position. Bei der DJI Matrice 4E nennt DJI mit RTK-Fix 1 cm + 1 ppm horizontal und 1,5 cm + 1 ppm vertikal.
  • Passpunkte (GCPs): Sie legen am Boden markierte Punkte aus, messen sie mit dem GNSS-Rover ein und rechnen das Modell daran fest. Das funktioniert auch mit Drohnen ohne RTK, kostet aber Zeit im Gelände.

In der Praxis kombinieren Vermesser beides: RTK für die Effizienz, einige Kontrollpunkte als Nachweis, dass das Ergebnis stimmt. Ein mechanischer Verschluss, wie ihn die Matrice 4E hat, verhindert außerdem Verzerrungen, wenn die Drohne während der Aufnahme fliegt.

Drohnenmodelle für Vermessung und Photogrammetrie im Vergleich
Modell EU-Klasse Eignung für Vermessung Rate/Monat
DJI Matrice 4E Enterprise Für Vermessung gebaut: RTK mit 1 cm + 1 ppm horizontal und 1,5 cm + 1 ppm vertikal laut DJI, mechanischer Verschluss, Laser-Entfernungsmesser. Leasing auf Anfrage. auf Anfrage
DJI Mavic 4 Pro C2 100-MP-Kamera mit 4/3-Zoll-Sensor, aber ohne RTK. Für Photogrammetrie nur mit Passpunkten und wenn Ihre Software das Modell unterstützt. ab 31,78 €
DJI Air 3S C1 Ergänzung für Übersichtsbilder, Dokumentation und kleine 3D-Modelle. Kein Ersatz für ein Messgerät. ab 20,54 €

Raten exkl. MwSt., kleinste Rate der jeweiligen Modellreihe bei längster Laufzeit. Technische Angaben laut DJI.

Wenn Vermessung Ihr Kerngeschäft ist, führt kaum ein Weg an einem Enterprise-Modell wie der DJI Matrice 4E vorbei. Sie ist nicht in unserem Katalog, wir holen für Sie über die individuelle Leasinganfrage ein Leasingangebot ein, auf Wunsch zusammen mit RTK-Modul und Zubehör. Bauunternehmen und Planungsbüros, die nur gelegentlich ein Modell rechnen, kommen mit der Mavic 4 Pro und Passpunkten oft aus. Prüfen Sie vorher, ob Ihre Flugplanungs- und Auswertungssoftware das Modell unterstützt.

Rechtliche Besonderheiten bei Vermessungsflügen

  • Sichtweite: In der offenen Kategorie müssen Sie die Drohne stets in Sichtweite halten, höchstens 120 m über Grund. Lange Korridore wie Trassen oder Bahnlinien lassen sich so oft nicht am Stück befliegen. Flüge außerhalb der Sichtweite brauchen eine Betriebsgenehmigung in der speziellen Kategorie beim Luftfahrt-Bundesamt.
  • Abstände: Mit einer C2-Drohne fliegen Sie ohne A2-Fernpilotenzeugnis nur in der Unterkategorie A3, also mit 150 m Abstand zu Wohn-, Gewerbe-, Industrie- und Erholungsgebieten. Für Steinbrüche und Felder passt das, für Vermessung im Ort nicht.
  • Geografische Gebiete: An Bundesstraßen, Bahnanlagen und Industrieanlagen gelten 100 m Abstand oder eine Zustimmung (§ 21h LuftVO). Lassen Sie sich bei Aufträgen auf Betriebsgeländen die Zustimmung des Betreibers schriftlich geben.
  • Amtliche Vermessung: Vermessungen für das Liegenschaftskataster, etwa Grenzfeststellungen, bleiben Vermessungsbehörden und Öffentlich bestellten Vermessungsingenieuren vorbehalten. Drohnendaten können dort unterstützen, die amtliche Vermessung ersetzen sie nicht.

Welche Drohnenklasse welchen Kompetenznachweis verlangt, erklärt unser Ratgeber Drohnenklassen C0, C1 und C2.

Wirtschaftlichkeit: Leasing für Vermessungstechnik

Vermessungstechnik veraltet schnell. Eine Drohne, die heute aktuell ist, bekommt in drei bis vier Jahren einen Nachfolger mit besserem Sensor oder neuer Positionierung. Beim Leasing geben Sie das Gerät nach der Laufzeit zurück und steigen auf das neue Modell um, ohne den Restwert selbst verkaufen zu müssen. Ob die Summe der Raten über oder unter dem Kaufpreis liegt, hängt von Modell und Laufzeit ab; rechnen Sie dazu einfach Rate mal Laufzeit. Sie binden kein Kapital und rechnen die Rate fest in Ihre Stundensätze ein.

Aus dem Katalog kostet die DJI Mavic 4 Pro (DJI RC 2) bei 48 Monaten Laufzeit 38,23 € im Monat (exkl. MwSt.). Für eine Matrice 4E mit RTK nennen wir Ihnen die Rate nach Ihrer Anfrage.

Viele Vermessungsdaten entstehen auf Baustellen. Wie Bauunternehmen Drohnen für Dokumentation einsetzen, lesen Sie auf der Seite Drohnen auf der Baustelle; für Feldflächen und Drainageplanung die Seite Drohnen in der Landwirtschaft. Mehr zum Enterprise-Angebot finden Sie unter DJI Enterprise leasen.

Häufige Fragen zur Vermessung per Drohne

Wie genau ist eine Vermessungsdrohne mit RTK?
Für die DJI Matrice 4E nennt DJI mit RTK-Fix eine Positionsgenauigkeit von 1 cm + 1 ppm horizontal und 1,5 cm + 1 ppm vertikal. Die Genauigkeit des fertigen Modells hängt zusätzlich von Flughöhe, Bildüberlappung, Software und Kontrollpunkten ab.
Kann ich mit einer DJI Mavic 4 Pro vermessen?
Für Photogrammetrie mit Passpunkten ja, wenn Ihre Software das Modell unterstützt. Die Mavic 4 Pro hat laut DJI kein RTK, ihre Positionen sind ohne Passpunkte nur auf etwa einen halben Meter genau. Für regelmäßige, zentimetergenaue Vermessung ist ein Enterprise-Modell mit RTK die bessere Wahl.
Brauche ich Passpunkte, wenn die Drohne RTK hat?
Für die Georeferenzierung oft nicht mehr in voller Zahl. Einige unabhängig eingemessene Kontrollpunkte sind trotzdem sinnvoll, weil Sie damit gegenüber dem Auftraggeber nachweisen, dass das Ergebnis die geforderte Genauigkeit erreicht.
Darf ich für Trassenvermessung außerhalb der Sichtweite fliegen?
Nicht in der offenen Kategorie. Dort muss die Drohne stets in Sichtweite bleiben. Für Flüge außerhalb der Sichtweite brauchen Sie eine Betriebsgenehmigung in der speziellen Kategorie, die Sie beim Luftfahrt-Bundesamt beantragen.
Ersetzt eine Drohnenvermessung die amtliche Vermessung?
Nein. Vermessungen für das Liegenschaftskataster wie Grenzfeststellungen bleiben Vermessungsbehörden und Öffentlich bestellten Vermessungsingenieuren vorbehalten. Drohnendaten eignen sich für Planung, Bestandsaufnahme, Massenermittlung und Dokumentation.

Vermessungsdrohne leasen

Für eine Matrice 4E mit RTK schicken Sie uns eine individuelle Anfrage mit Ihren Anforderungen. Für Photogrammetrie mit Passpunkten finden Sie die Mavic 4 Pro direkt im Katalog.

Quellen