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Branche: Dachdecker

Drohnen für Dachdecker: Dachinspektion ohne Leiter und Gerüst

Redaktion drohne-leasen.de · Aktualisiert am

Ein Kunde meldet nach dem Sturm „ein paar lose Ziegel“. Bevor Sie Leiter, Dachhaken oder Gerüst einplanen, zeigt eine Drohne in zehn Minuten First, Kehlen, Kaminanschluss und Rinne. Die Fotos tragen Datum und Uhrzeit und gehen direkt ins Angebot oder an die Gebäudeversicherung.

Wofür Dachdecker eine Drohne einsetzen

  • Schadensaufnahme nach Sturm und Hagel: verschobene oder gebrochene Ziegel, abgehobene Firstziegel, beschädigte Bleche. Die Bilder dokumentieren den Zustand, bevor jemand das Dach betritt.
  • Besichtigung vor dem Angebot: Dachfenster, Gauben, Durchdringungen und Anschlüsse sehen, bevor Sie Material und Arbeitszeit kalkulieren. Ein zweiter Termin vor Ort entfällt oft.
  • Vorher-nachher-Dokumentation: Bilder vom alten und neuen Dach für die Abnahme mit dem Bauherrn, für Ihre Referenzen und für spätere Gewährleistungsfragen.
  • Wartung und Kontrolle: Rinnen, Abläufe auf Flachdächern und Verwahrungen regelmäßig prüfen, gerade bei Gewerbehallen, auf denen Begehungen aufwendig sind.

Eine Drohne ersetzt nicht den Blick aus der Nähe, wenn Sie Unterspannbahn oder Lattung beurteilen müssen. Sie sagt Ihnen aber, ob und wo sich der Aufstieg lohnt, und Sie kommen mit dem richtigen Material auf das Dach.

Welche Drohne eignet sich für die Dachinspektion?

Entscheidend ist, wie viel Detail Sie aus sicherem Abstand bekommen. Eine Telekamera bringt Sie optisch an den Kaminkopf heran, während die Drohne über dem Grundstück Ihres Kunden bleibt. Daran hängt auch die Rechtslage: Je schwerer das Modell, desto strenger die Regeln in der Nähe von Menschen und Häusern.

Drohnenmodelle für Dachdecker im Vergleich
Modell EU-Klasse Eignung auf dem Dach Rate/Monat
DJI Air 3S C1 Unser Standard für Dachdecker: 70-mm-Tele für Details am First, 1-Zoll-Hauptkamera, mit A1/A3-Kompetenznachweis über Wohngebieten flugbar. ab 20,54 €
DJI Mini 5 Pro C0 (mit Plus-Akku C1) Einstieg für gelegentliche Sichtprüfungen. 1-Zoll-Sensor, aber nur Digitalzoom: Sie müssen näher an das Dach heran. ab 14,94 €
DJI Mavic 4 Pro C2 168-mm-Tele für große Abstände, etwa bei Kirchen oder Hallen. In der Nähe von Menschen nur mit A2-Fernpilotenzeugnis. ab 31,78 €
DJI Matrice 4T (Wärmebild) Enterprise Wärmebildkamera (640 × 512) für Hinweise auf Feuchte im Flachdach und Wärmebrücken. Nicht im Katalog, Leasing über individuelle Anfrage. auf Anfrage

Raten exkl. MwSt., kleinste Rate der jeweiligen Modellreihe bei längster Laufzeit. Technische Angaben laut DJI.

Für die meisten Betriebe ist die DJI Air 3S der beste Kompromiss. Sie wiegt 724 g, trägt neben der Weitwinkelkamera ein 70-mm-Tele und fällt in die Klasse C1. Die Mavic 4 Pro holt mit ihrem 168-mm-Tele noch mehr heraus, ist mit rund 1.063 g aber ein C2-Gerät. Wer nur ab und zu ein Dach ansieht, kommt mit der Mini 5 Pro aus und fliegt dafür näher heran. Wie sich die Modelle im Detail unterscheiden, zeigt unser Vergleich Mavic 4 Pro und Air 3S.

Was rechtlich gilt, wenn Sie über Wohnhäusern fliegen

Die meisten Dächer, die Sie prüfen, stehen in Wohngebieten. Drei Punkte sollten Sie vor dem ersten Auftrag geklärt haben:

Zustimmung für jedes überflogene Wohngrundstück

Nach § 21h Abs. 3 Nr. 7 LuftVO dürfen Sie Wohngrundstücke mit einer Kameradrohne nur überfliegen, wenn der Eigentümer oder ein sonstiger Nutzungsberechtigter ausdrücklich zugestimmt hat. Ihr Auftraggeber kann das für sein eigenes Grundstück tun, lassen Sie es sich schriftlich mit dem Auftrag bestätigen. Für die Nachbargrundstücke gilt die Zustimmung nicht. Bei Reihen- und Doppelhäusern planen Sie den Flug deshalb so, dass die Drohne über dem Grundstück des Kunden bleibt, oder Sie fragen die Nachbarn vorher.

Führerschein je nach Drohnenklasse

Mit einer C1-Drohne wie der Air 3S fliegen Sie in der Unterkategorie A1 und brauchen den EU-Kompetenznachweis A1/A3 aus dem Onlinekurs des Luftfahrt-Bundesamts. Unbeteiligte Personen dürfen Sie nicht gezielt überfliegen. Eine C2-Drohne wie die Mavic 4 Pro dürfen Sie in der Nähe von Menschen nur mit dem A2-Fernpilotenzeugnis betreiben, mit mindestens 30 m Abstand zu Unbeteiligten (5 m im Langsamflug). Ohne A2 bleibt nur die Unterkategorie A3 mit 150 m Abstand zu Wohngebieten, und das schließt die meisten Dachaufträge aus. Details erklärt unser Ratgeber Drohnenführerschein, die Klassen im Überblick finden Sie unter Drohnenklassen C0, C1 und C2.

Registrierung und Haftpflicht

Als Betreiber einer Drohne mit Kamera registrieren Sie Ihren Betrieb beim Luftfahrt-Bundesamt und bringen die e-ID an der Drohne an (siehe Drohne registrieren). Eine Haftpflichtversicherung ist nach § 43 Luftverkehrsgesetz Pflicht. Prüfen Sie, ob Ihre Betriebshaftpflicht Drohnen ausdrücklich einschließt, viele Verträge tun das nicht (mehr dazu im Ratgeber Drohnenversicherung für Unternehmen).

BG BAU fördert Drohnen: Gilt das auch beim Leasing?

Seit dem 1. Juli 2026 gehören Drohnen zu den Arbeitsschutzprämien der BG BAU. Der Gedanke dahinter: Jede Dachbegehung, die durch eine Drohne entfällt, ist ein Absturzrisiko weniger. Nach den veröffentlichten Bedingungen gilt (Stand Oktober 2026):

  • Zuschuss bis 50 % der förderfähigen Nettokosten, höchstens 2.000 € pro Kalenderjahr und Mitgliedsbetrieb.
  • Gefördert werden nur neue Drohnen der Klassen C1 oder C2. Die Mini 5 Pro in der Standardausführung (C0) fällt damit heraus, die Air 3S (C1) und die Mavic 4 Pro (C2) gehören dazu.
  • Jeder eingesetzte Pilot braucht das A2-Fernpilotenzeugnis, auch wenn für die C1-Drohne rechtlich A1/A3 reichen würde.
  • Nachweis von mindestens drei gewerblichen Einsätzen je Drohne im Flugbuch, dazu eine Drohnenhaftpflicht.
  • Rechnung ab dem 1. Januar 2026, Einreichung bis 365 Tage nach Rechnungsstellung.

Zum Leasing sagen die Unterlagen, die wir auswerten konnten, nichts ausdrücklich. Sie sprechen von Anschaffung und Rechnung. Bei früheren Prämien der BG BAU, etwa für die Nachrüstung von Geräten, gab es für Leasinggeräte keinen Zuschuss. Wir gehen deshalb davon aus, dass eine geleaste Drohne nicht bezuschusst wird, und empfehlen Ihnen, das vor der Entscheidung bei der BG BAU zu erfragen.

Was das praktisch heißt: Wenn Sie Mitglied der BG BAU sind, eine einzelne C1- oder C2-Drohne kaufen können und die Förderbedingungen erfüllen, ist der Kauf mit Zuschuss für Sie wahrscheinlich günstiger als Leasing. Leasing passt besser, wenn Sie Ihr Kapital nicht binden wollen, mehrere Kolonnen ausstatten, nach einigen Jahren auf ein neues Modell wechseln möchten oder ohnehin ein Modell nutzen, das nicht gefördert wird. Laut den Berichten fördert die BG BAU außerdem den Drohnenführerschein mit Praxisanteil und die Registrierung beim LBA. Ob Sie diese Posten auch ohne geförderte Drohne beantragen können, klären Sie am besten im selben Gespräch.

Was kostet eine Drohne für den Dachdeckerbetrieb im Monat?

Ein Beispiel aus unserem Katalog: Die DJI Air 3S Fly More Combo (DJI RC-N3) mit drei Akkus kostet bei 48 Monaten Laufzeit 31,46 € im Monat (exkl. MwSt.), über die gesamte Laufzeit also 1.510,08 €. Dazu kommen einmalig die Versandkosten.

Ob die Summe der Raten über oder unter dem Kaufpreis liegt, hängt von Modell und Laufzeit ab; rechnen Sie dazu einfach Rate mal Laufzeit. Beim Leasing bleibt Ihr Geld im Betrieb, die Rate ist fest kalkulierbar, und nach Vertragsende steigen Sie auf das dann aktuelle Modell um, statt ein veraltetes Gerät weiterzuverkaufen. Die Leasingraten sind in der Regel als Betriebsausgabe absetzbar, die Details klärt Ihr Steuerberater. Eine ehrliche Gegenüberstellung finden Sie unter Leasing oder Kauf, die steuerliche Seite im Ratgeber Drohne steuerlich absetzen. Eine Drohne kann abstürzen oder vom Dach rutschen; dafür gibt es die optionale Geräteversicherung GRENKE Protect.

Viele Dachdecker arbeiten eng mit anderen Gewerken zusammen. Wenn Sie auch Baustellen dokumentieren, lesen Sie unsere Seite Drohnen auf der Baustelle; für die Prüfung von Solaranlagen auf dem Dach die Seite PV-Inspektion.

Häufige Fragen von Dachdeckern

Welche Drohne ist für Dachdecker die beste Wahl?
Für die meisten Betriebe die DJI Air 3S: Sie hat ein 70-mm-Tele für Details aus sicherem Abstand, gehört zur Klasse C1 und ist mit dem A1/A3-Kompetenznachweis über Wohngebieten flugbar. Die Mavic 4 Pro bietet mehr Zoom, verlangt in der Nähe von Menschen aber das A2-Fernpilotenzeugnis.
Darf ich für die Dachinspektion über das Nachbargrundstück fliegen?
Nur wenn der Eigentümer oder Nutzer des Nachbargrundstücks ausdrücklich zugestimmt hat (§ 21h Abs. 3 Nr. 7 LuftVO). Die Zustimmung Ihres Auftraggebers gilt nur für sein eigenes Grundstück. Planen Sie Start und Flugweg so, dass die Drohne über dem Grundstück des Kunden bleibt.
Fördert die BG BAU auch geleaste Drohnen?
Die veröffentlichten Bedingungen beziehen sich auf die Anschaffung neuer C1- oder C2-Drohnen mit Rechnung. Eine ausdrückliche Aussage zum Leasing haben wir nicht gefunden; bei früheren Prämien gab es für Leasinggeräte keinen Zuschuss. Fragen Sie vor der Entscheidung bei der BG BAU nach.
Kann ich mit der Drohne ein Dach aufmessen?
Einzelne Fotos zeigen Zustand und Aufbau, ersetzen aber kein Aufmaß. Für belastbare Flächen und Längen brauchen Sie Photogrammetrie-Software, eine geplante Flugroute und Referenzmaße oder Passpunkte. Mehr dazu auf unserer Seite Drohnen für Vermessung.
Zeigt eine Wärmebilddrohne Feuchtigkeit im Flachdach?
Durchfeuchtete Bereiche können sich im Wärmebild abzeichnen, wenn die Bedingungen passen, meist am Abend nach einem sonnigen Tag. Eine Feuchtemessung oder Bauteilöffnung ersetzt das nicht. Die Katalogmodelle haben keine Wärmebildkamera; eine DJI Matrice 4T leasen Sie über unsere individuelle Leasinganfrage.

Drohne für Ihren Betrieb leasen

Wählen Sie Modell und Laufzeit im Katalog, die Rate sehen Sie sofort. Für Wärmebild- oder Enterprise-Modelle schicken Sie uns eine individuelle Anfrage.

Quellen